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qtec Group | ISO 19011:2026

Die neue Norm: ISO 19011:2026

Was ist neu? Änderungen für Auditoren und Unternehmen

Die ISO 19011:2026 ist die vierte Ausgabe des internationalen Leitfadens für das Auditieren von Managementsystemen und ersetzt die Ausgabe von 2018. Für Auditoren, Auditprogrammverantwortliche und Unternehmen stellt sich damit vor allem eine Frage: Was ändert sich mit der ISO 19011:2026 in der Auditpraxis?

Der grundlegende Aufbau der ISO 19011 bleibt erhalten. Zu den wesentlichen Weiterentwicklungen gehören insbesondere die erweiterten Leitlinien zu Remote-Auditmethoden und virtuellen Standorten. Gleichzeitig bleiben Themen wie der risikobasierte Ansatz, die Auswahl geeigneter Auditmethoden und die Kompetenz von Auditoren für wirksame Audits zentral.

Für Unternehmen ist die neue Ausgabe deshalb ein guter Anlass, bestehende Auditprogramme, Auditverfahren, Auditpläne und Auditorenkompetenzen zu überprüfen.

In diesem Beitrag erfährst du, was sich gegenüber der ISO 19011:2018 geändert hat, welche Bedeutung Remote Audits und virtuelle Standorte haben und was Unternehmen jetzt prüfen sollten.

ISO 19011:2026 – die wichtigsten Änderungen auf einen Blick

Die ISO 19011:2026 erfindet das Auditieren nicht neu. Viele bekannte Grundelemente bleiben erhalten. Dazu gehören insbesondere:

  • die Auditprinzipien,
  • die Steuerung eines Auditprogramms,
  • die Planung und Durchführung von Audits,
  • die Bewertung von Auditnachweisen,
  • die Berichterstattung und Nachverfolgung sowie
  • die Kompetenz und Beurteilung von Auditoren.

Die wesentlichen Änderungen und Weiterentwicklungen betreffen insbesondere folgende Punkte:

  1. Erweiterte Leitlinien zu Remote-Auditmethoden
    Die Hinweise zur Durchführung von Audittätigkeiten aus der Distanz wurden erweitert. Dabei wurden auch Inhalte aus der ISO/IEC TS 17012:2024 berücksichtigt.
  2. Stärkere Berücksichtigung virtueller Standorte
    Anhang A wurde insbesondere hinsichtlich Remote-Auditmethoden und virtueller Standorte ergänzt und erweitert.
  3. Auswahl geeigneter Auditmethoden
    Remote und Vor-Ort sind keine Gegensätze. Je nach Auditziel und Audittätigkeit können unterschiedliche Methoden eingesetzt und miteinander kombiniert werden.
  4. Risiken und Chancen des Auditprogramms
    Der risikobasierte Ansatz bleibt ein wesentlicher Bestandteil wirksamer Audits. Risiken und Chancen sind dabei nicht nur beim auditierten Bereich relevant, sondern auch bei der Planung und Umsetzung des Auditprogramms selbst.
  5. Kompetenz im Umgang mit Technologien
    Mit Remote-Auditmethoden und neuen Technologien gewinnt auch die entsprechende Kompetenz der Auditoren an Bedeutung
 

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ISO 19011:2018 vs. ISO 19011:2026 – was hat sich geändert?

Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Themen für die Auditpraxis:

Thema ISO 19011:2018 ISO 19011:2026 Bedeutung für die Praxis
Remote Audit bereits berücksichtigt Leitlinien erweitert Remote-Auditprozesse und Methoden überprüfen
Virtuelle Standorte bereits relevant stärker ausgearbeitet virtuelle Standorte systematisch im Audit berücksichtigen
Auditmethoden Vor-Ort- und Remote-Methoden möglich Auswahl und Anwendung weiter konkretisiert Methode passend zu Auditziel und Audittätigkeit auswählen
Risikobasierter Ansatz bereits Auditprinzip weiterhin zentral für Audit und Auditprogramm Risiken und Chancen bei Planung und Umsetzung berücksichtigen
Auditorenkompetenz Kompetenzanforderungen vorhanden technologische Aspekte gewinnen an Bedeutung Kompetenzprofile und Schulungsbedarf überprüfen
Neue Technologien grundsätzlich relevant Auswirkungen neuer Technologien stärker berücksichtigt Eignung und Auswirkungen neuer Werkzeuge beurteilen

Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen wirklich neuen Anforderungen bzw. Inhalten und der Erweiterung oder Konkretisierung bereits bestehender Ansätze. Remote Audits beispielsweise sind keine Erfindung der Ausgabe 2026. Sie waren bereits zuvor Bestandteil der Auditpraxis und der ISO 19011.

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Remote Audit ist mehr als eine Videokonferenz

Eine der auffälligsten Weiterentwicklungen der ISO 19011:2026 betrifft die Remote-Auditmethoden.

Die „remote auditing method“ wird als eigener Begriff geführt. Gemeint ist eine Auditmethode, bei der Audittätigkeiten von einem anderen Ort als dem Standort des Auditierten durchgeführt werden.

Dabei ist wichtig: Ein Remote Audit bedeutet nicht automatisch, dass ein vollständiges Audit ausschließlich per Videokonferenz durchgeführt wird.

Remote- und Vor-Ort-Methoden können miteinander kombiniert werden. Entscheidend ist, welche Methode geeignet ist, um die jeweiligen Auditziele zu erreichen und ausreichende Auditnachweise zu erhalten.

Remote oder vor Ort – welche Auditmethode eignet sich wann?

Welche Auditmethode geeignet ist, hängt unter anderem ab von:

  • den Auditzielen,
  • dem Auditumfang,
  • den Auditkriterien,
  • den durchzuführenden Audittätigkeiten,
  • Dauer und Ort des Audits,
  • den verfügbaren Technologien,
  • der Kompetenz des Auditteams sowie
  • möglichen Risiken und Unsicherheiten bei der Anwendung der Methode.

Ein Dokumentenreview kann sich beispielsweise gut für eine Remote-Durchführung eignen.

Soll dagegen beurteilt werden, wie ein Prozess tatsächlich unter realen Bedingungen durchgeführt wird, kann eine unmittelbare Beobachtung vor Ort wesentlich aussagekräftiger sein.

In der Praxis können deshalb hybride Auditansätze sinnvoll sein: Bestimmte Auditaktivitäten werden remote durchgeführt, andere bewusst vor Ort.

Die entscheidende Frage lautet daher:

„Mit welcher Auditmethode können wir für diese Audittätigkeit geeignete und ausreichende Auditnachweise gewinnen?“

Informationssicherheit und technische Risiken bei Remote Audits

Mit Remote Audits entstehen zusätzliche organisatorische und technische Fragestellungen.

Beispielsweise:

  • Ist eine stabile technische Infrastruktur vorhanden?
  • Können Auditor und Auditierter die eingesetzten Systeme sicher bedienen?
  • Wie wird mit technischen Ausfällen oder Verbindungsproblemen umgegangen?
  • Wie werden vertrauliche Informationen geschützt?
  • Welche Datenschutzanforderungen sind zu beachten?
  • Dürfen Screenshots erstellt werden?
  • Dürfen Gespräche oder Bildschirminhalte aufgezeichnet werden?
  • Wie werden bereitgestellte Daten gespeichert und wieder gelöscht?
  • Gibt es einen Ausweichplan, wenn eine Remote-Audittätigkeit nicht durchgeführt werden kann?

Anhang A der ISO 19011:2026 greift entsprechende Aspekte auf. Für Unternehmen bedeutet das: Remote Audits benötigen ebenso klare Regeln wie klassische Vor-Ort-Audits.

Ein Videokonferenzlink allein ist noch kein Remote-Auditkonzept.

Virtuelle Standorte gewinnen an Bedeutung

Neben Remote-Auditmethoden rücken virtuelle Standorte stärker in den Fokus.

Das ist angesichts moderner Arbeits- und Organisationsformen konsequent. Prozesse finden heute nicht zwangsläufig ausschließlich an einem klassischen physischen Unternehmensstandort statt.

Cloudbasierte Systeme, virtuelle Teams, digitale Dienstleistungen und ortsunabhängige Zusammenarbeit können dazu führen, dass relevante Tätigkeiten in virtuellen Umgebungen stattfinden.

Für die Auditplanung stellt sich deshalb die Frage:

Wo findet der zu auditierende Prozess tatsächlich statt und mit welcher Methode kann er wirksam auditiert werden?

Unternehmen sollten prüfen, ob ihre bestehenden Auditprogramme und Auditpläne virtuelle Standorte angemessen berücksichtigen.

Risiken und Chancen bleiben zentral

Der risikobasierte Ansatz ist keine Neuerung der ISO 19011:2026. Er wurde bereits mit der ISO 19011:2018 als Auditprinzip eingeführt.

Für die Auditpraxis ist jedoch wichtig, zwei unterschiedliche Perspektiven auseinanderzuhalten.

1. Risiken und Chancen des auditierten Bereichs

Bei der Auditplanung können beispielsweise berücksichtigt werden:

  • Ergebnisse früherer Audits,
  • frühere Nichtkonformitäten,
  • Beschwerden und Reklamationen,
  • wesentliche organisatorische oder technische Veränderungen,
  • kritische Prozesse,
  • gesetzliche oder regulatorische Veränderungen sowie
  • relevante Risiken und Chancen des auditierten Bereichs.

Ein Bereich mit hoher Bedeutung oder bekannten Problemen kann beispielsweise eine andere Auditpriorität oder Audittiefe benötigen als ein stabiler Prozess mit geringem Risiko.

2. Risiken und Chancen des Auditprogramms

Daneben bestehen Risiken, die unmittelbar die Wirksamkeit des Auditprogramms und einzelner Audits beeinflussen können.

Beispiele sind:

  • ungeeignete Auditmethoden,
  • fehlende Zeit oder Ressourcen,
  • unzureichende Auditorenkompetenz,
  • Interessenkonflikte,
  • ineffektive Kommunikation,
  • eingeschränkter Zugang zu Auditnachweisen,
  • technische Probleme,
  • ungeeignete oder unsichere IT-Plattformen.

Risikobasiertes Auditieren bedeutet deshalb nicht nur, die „riskantesten“ Unternehmensbereiche häufiger zu auditieren.

Auch das Auditieren selbst muss risikobasiert geplant und gesteuert werden, damit die Auditziele zuverlässig erreicht werden können.

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Was ändert sich für Auditoren?

Mit der Weiterentwicklung der Auditmethoden verändern sich auch die Kompetenzanforderungen an Auditoren.

Die klassischen Grundlagen bleiben unverändert wichtig:

  • Fachwissen,
  • Kenntnis des Managementsystems,
  • Auditmethodik,
  • Kommunikationsfähigkeit,
  • analytische Fähigkeiten,
  • professionelles Urteilsvermögen und
  • angemessenes persönliches Verhalten.

Werden Remote-Auditmethoden eingesetzt, kommen jedoch weitere Kompetenzen hinzu.

Auditoren müssen beispielsweise mit den eingesetzten Technologien umgehen und beurteilen können, ob eine Remote-Methode für die jeweilige Audittätigkeit geeignet ist.

Dabei reicht es nicht, eine Videokonferenzsoftware technisch bedienen zu können.

Ein Auditor muss weiterhin beurteilen können:

  • Welche Auditnachweise benötige ich?
  • Wie zuverlässig sind die Informationen?
  • Kann ich die erforderlichen Beobachtungen remote durchführen?
  • Welche Einschränkungen entstehen durch die gewählte Methode?
  • Wie beeinflusst die Technologie die Auditdurchführung?
  • Muss eine andere oder ergänzende Auditmethode eingesetzt werden?

Diese Fähigkeiten sollten bereits bei der Zusammenstellung des Auditteams berücksichtigt werden – und nicht erst während des Audits.

Welche Rolle spielen KI und neue Technologien beim Auditieren?

Auch neue Technologien werden für die Auditpraxis zunehmend relevant.

Die ISO 19011:2026 berücksichtigt bei der Kompetenz von Auditoren auch die Bedeutung und Auswirkungen von Informations- und Kommunikationstechnologien sowie neuer Technologien beim Auditieren . Dazu können in der Auditpraxis beispielsweise auch KI-basierte Auswertungswerkzeuge gehören.Das bedeutet allerdings nicht, dass KI das professionelle Urteil eines Auditors ersetzt.

Vielmehr entsteht eine zusätzliche Kompetenzfrage:

Kann der Auditor beurteilen, wann eine Technologie für eine Audittätigkeit geeignet ist, welche Grenzen sie hat und welche Auswirkungen ihr Einsatz auf die Zuverlässigkeit der Auditfeststellungen haben kann?

Gerade bei KI-basierten Werkzeugen können beispielsweise Fragen zur Nachvollziehbarkeit, Datenqualität, Informationssicherheit und Verlässlichkeit der Ergebnisse relevant werden.

Die entscheidende Kompetenz besteht deshalb nicht allein darin, neue Technologien einsetzen zu können. Auditoren müssen deren Angemessenheit und Auswirkungen auf das Audit beurteilen können.

ISO 19011:2026 – was Unternehmen jetzt prüfen sollten

Die neue Ausgabe ist ein sinnvoller Anlass, bestehende Auditprogramme systematisch zu überprüfen.

Checkliste zur ISO 19011:2026

  • Ist das bestehende Auditprogramm noch auf dem aktuellen Stand?
  • Sind die eingesetzten Auditmethoden für die jeweiligen Audittätigkeiten geeignet?
  • Gibt es klare Kriterien für Remote-, Vor-Ort- und kombinierte Auditmethoden?
  • Werden virtuelle Standorte im Auditprogramm angemessen berücksichtigt?
  • Werden Risiken und Chancen bei der Planung des Auditprogramms berücksichtigt?
  • Sind Remote Audits organisatorisch ausreichend vorbereitet?
  • Sind technische Voraussetzungen für Remote-Audittätigkeiten definiert?
  • Gibt es einen Ausweichplan für technische Probleme?
  • Sind Informationssicherheit und Vertraulichkeit geregelt?
  • Gibt es klare Regeln für Screenshots und Aufzeichnungen?
  • Verfügen die Auditoren über die notwendigen fachlichen und methodischen Kompetenzen?
  • Sind die erforderlichen Kompetenzen für Remote-Auditmethoden vorhanden?
  • Werden neue Technologien bei der Kompetenzplanung berücksichtigt?
  • Müssen Auditverfahren oder Verfahrensanweisungen aktualisiert werden?
  • Müssen Auditpläne und Auditvorlagen angepasst werden?
  • Sind Schulungsunterlagen für interne Auditoren noch aktuell?

Nicht jede Organisation wird alle Punkte verändern müssen. Entscheidend ist, bestehende Prozesse gezielt gegen die aktuelle Ausgabe zu prüfen und erforderliche Anpassungen nachvollziehbar abzuleiten.

Ein kurzer Blick zurück: Von sechs Auditnormen zur ISO 19011

Die Geschichte der ISO 19011 zeigt, wie stark sich das Auditieren von Managementsystemen verändert hat.

Vor ihrer ersten Veröffentlichung im Jahr 2002 existierten getrennte Normen für Qualitäts- und Umweltaudits. Drei Normen aus der damaligen ISO-10011-Reihe und drei Normen aus dem Umweltbereich wurden schließlich in einem gemeinsamen Leitfaden zusammengeführt.

Die ISO 19011 startete damit gewissermaßen als „6-in-1-Norm“.

Der damalige Titel lautete noch:

„Guidelines for quality and/or environmental management systems auditing“.

Heute ist die ISO 19011 ein übergreifender Leitfaden für das Auditieren von Managementsystemen.

Auch Remote Audits sind historisch betrachtet keineswegs eine Folge der Corona-Pandemie. Audittätigkeiten aus der Distanz wurden bereits früher berücksichtigt. Die Ausgabe 2026 entwickelt diesen Bereich nun weiter.

ISO 14001:2026, Klimawandel und Audits

Interessant ist auch die zeitliche Nähe zur neuen Generation der ISO 14001.

Mit der ISO 14001:2026 wurde 2026 auch die zentrale internationale Managementsystemnorm für Umweltmanagement aktualisiert.

Hinzu kommt eine Entwicklung aus dem Jahr 2024: Mit den sogenannten Climate Action Amendments wurde das Thema Klimawandel ausdrücklich in den Kontext zahlreicher Managementsystemnormen aufgenommen.

Organisationen müssen im Rahmen der jeweiligen Anforderungen prüfen, ob der Klimawandel ein relevantes Thema für ihr Managementsystem ist. Zudem können relevante interessierte Parteien Anforderungen in Bezug auf den Klimawandel haben.

Das kann auch für Audits relevant werden.

Denn welche Themen ein Auditor betrachtet, hängt unter anderem von den Auditkriterien ab. Gehören Anforderungen einer Managementsystemnorm zu diesen Kriterien, kann entsprechend auch überprüft werden, wie einschlägige Anforderungen zum Klimawandel im Managementsystem berücksichtigt wurden.

Wichtig ist dabei: ISO 19011 selbst macht daraus keine eigenständige Klimaschutzanforderung. Sie beschreibt Leitlinien für das Auditieren. Die konkreten Anforderungen ergeben sich aus den jeweils zugrunde gelegten Auditkriterien.

Häufige Fragen zur ISO 19011:2026

Was ist die ISO 19011:2026?

Die ISO 19011:2026 ist ein internationaler Leitfaden für das Auditieren von Managementsystemen. Sie enthält unter anderem Leitlinien zu Auditprinzipien, Auditprogrammen, der Durchführung von Audits sowie zur Kompetenz und Beurteilung von Auditoren.

Was hat sich gegenüber ISO 19011:2018 geändert?

Zu den wesentlichen Weiterentwicklungen gehören insbesondere erweiterte Leitlinien zu Remote-Auditmethoden und virtuellen Standorten. Auch die Auswahl geeigneter Auditmethoden, technologische Aspekte und die dafür erforderliche Auditorenkompetenz sind für die praktische Umsetzung relevant.

Sind Remote Audits nach ISO 19011 möglich?

Ja. Remote-Auditmethoden können für geeignete Audittätigkeiten eingesetzt werden. Remote- und Vor-Ort-Methoden können außerdem miteinander kombiniert werden. Entscheidend ist, ob die gewählte Methode geeignet ist, die Auditziele zu erreichen und ausreichende Auditnachweise zu gewinnen.

Muss jedes Audit jetzt remote durchgeführt werden?

Nein. Die ISO 19011 schreibt nicht vor, dass Audits grundsätzlich remote durchgeführt werden müssen. Die Auditmethode sollte entsprechend den Auditzielen, dem Auditumfang, den Auditkriterien und den jeweiligen Audittätigkeiten ausgewählt werden.

Was ist ein virtueller Standort?

Ein virtueller Standort beschreibt einen Kontext, in dem Tätigkeiten nicht zwingend an einem klassischen physischen Standort stattfinden. Für Audits ist entscheidend, wie relevante Tätigkeiten und Prozesse wirksam beurteilt und geeignete Auditnachweise gewonnen werden können.

Müssen Unternehmen wegen ISO 19011:2026 ihr Auditprogramm ändern?

Nicht zwangsläufig. Unternehmen sollten ihr bestehendes Auditprogramm jedoch gegen die aktuelle Ausgabe überprüfen. Anpassungsbedarf kann beispielsweise bei Remote-Auditmethoden, virtuellen Standorten, Auditorenkompetenzen, Informationssicherheit oder bestehenden Auditverfahren bestehen.

Ist die ISO 19011 eine Zertifizierungsnorm?

Nein. Die ISO 19011 ist ein Leitfaden für das Auditieren von Managementsystemen. Sie ist nicht mit Managementsystemnormen wie ISO 9001 oder ISO 14001 gleichzusetzen, gegen deren Anforderungen Organisationen zertifiziert werden können.

Fazit: Was Unternehmen jetzt prüfen sollten

Die ISO 19011:2026 greift viele bekannte Elemente der Auditpraxis auf und führt sie weiter. Besonders sichtbar wird das bei Remote-Auditmethoden und virtuellen Standorten. Auch die Auswahl geeigneter Auditmethoden, der risikobasierte Ansatz und die Kompetenz der Auditoren bleiben wichtige Bausteine eines wirksamen Auditprogramms.

Für Unternehmen lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf die bestehenden Regelungen und Abläufe. Dabei sollten vor allem Auditmethoden, technische Voraussetzungen, Kompetenzen und der Umgang mit Remote-Audits überprüft werden.

Eine zentrale Frage lautet dabei:
Passen unsere Auditmethoden, Kompetenzen, technischen Rahmenbedingungen und Auditprozesse noch zur aktuellen Auditpraxis und zur ISO 19011:2026?

Wer diese Punkte jetzt prüft, kann die neue Ausgabe gleichzeitig dazu nutzen, das eigene Auditprogramm an einigen Stellen gezielt weiterzuentwickeln.

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