Herausforderungen eines Verifikationsingenieurs im Arbeitsalltag
Tester?!? Same same but different…
Tester? Diese Berufsbezeichnung hat doch jeder von uns schon mal gehört. Doch was steckt hinter dieser Bezeichnung und was hat dieser Beruf auf sich?
Hinter dem Tester stehen mehrere Berufsbezeichnungen, welche im Folgenden etwas genauer bezüglich ihrer Aufgaben, Einsatzbereiche, Ziele und Branchen beschrieben werden:
| Berufsbezeichnung | Aufgaben | Einsatzbereich(e) | Ziele | Branchen |
|---|---|---|---|---|
| Test- oder Versuchsingenieur (m/w) |
|
Forschung & Entwicklung | Entwicklung und Weiterentwicklung von Produkten und Systemen in Kooperation mit Forschungs-, Produktionsteams und dem Qualitätsmanagement1 |
|
| Verifikationsingenieur (m/w) |
|
Qualitätssicherung | Entwicklung und Qualitätssicherung von Soft- und Hardwareprodukten2 | |
| Validierungsingenieur (m/w) |
|
Engineering, Produktion, Qualitätssicherung | Entwicklung und Qualitätssicherung von Soft- und Hardwareprodukten2 | |
| Prüfingenieur (m/w) |
|
Kundenservice, Produktion | Qualitätsprüfung bestehender Produkte & Systeme während des gesamten Produktlebenszyklus4 |
Des Weiteren wird auch zwischen unterschiedlichen Mischformen dieser Berufsgruppen wie unter anderem Testingenieur bzw. Versuchs-/Prüfingenieur5, Test- und Verifikationsingenieur6, Qualifizierungs- und Validierungsingenieur7 und auch Validierungs- und Verifikationsingenieur8 unterschieden.
Je nach Branche und Unternehmenskultur wird der Beruf des Testers anders betitelt und auch die Aufgaben anders verteilt bzw. gewichtet.
Wie man anhand der Tabelle Tab. 1 erkennen kann haben all diese Berufsgruppen, in verschiedenen Bereichen mit unterschiedlichen Aufgaben, etwas mit Testen bzw. Überprüfen zu tun.
Verifizierung, Valdierung und Testen
Sicherstellen, dass Produkte, Prozesse und Systeme [Testobjekte] den spezifizierten Anforderungen entsprechen und final fehlerfrei funktionieren …
Dies geschieht durch die Verifikation, welche eng mit der Validierung und dem Testen zusammenhängt. Die Verifikation konzentriert sich darauf, dass Testobjekte nach ihren geforderten Anforderungen und Spezifikationen korrekt erfüllt werden. Während die Validation sicherstellt, dass Testobjekte die Bedürfnisse und Erwartungen des Benutzers erfüllen. Bei beiden Methoden dreht es sich um Prüfverfahren (Verifizierung = Statische Prüfung, Validierung = Dynamische Prüfung).
Ist die Verifizierung abgeschlossen kann mit der Validierung [V&V] gestartet werden. Das folgende Beispiel zeigt eine V&V auf:
Ein Wagenheber soll während der Verifizierung darauf getestet werden, ob er für mindestens zwei Stunden ein Gewicht von 2000 kg anheben kann. Bei erfolgreicher Verifizierung wird innerhalb der Validierung überprüft, ob der Wagenheber mit der Hubkraft von 2000 kg tatsächlich ein Fahrzeug anheben kann und ob der Nutzer den Wagenheber intuitiv bedienen kann9.
Verifizierung und Validierung sind definitiv nicht gleichzusetzen, aber eng miteinander verknüpft und mit Testaktivitäten verbunden. Sowohl die Verifizierung als auch die Validierung sind für die Qualitätssicherung von zentraler Bedeutung, wobei die Schwerpunkte unterschiedlich sind. Die Verifizierung gewährleistet die Korrektheit der Testobjekte, während die Validierung seinen Nutzen und die Zufriedenheit der Benutzer sicherstellt.
Zusammenfassend zieht ein frühzeitiges Erkennen von Problemen weniger Korrekturen nach sich:
- Durch Vorprüfung werden etwa 50 bis 60 % möglicher Fehler frühzeitig aufgedeckt.
- Bei der Validierung werden 20 bis 30 % Fehler aufgedeckt, die häufig bei der Verifizierung übersehen werden.
- Bei optimaler Anwendung beider Verfahren können die Gesamtfehler um bis zu 40 % reduziert und die Kundenzufriedenheit um 85 % erhöht werden.
Dies führt zu einer höheren Gewährleistung der Qualität von Produkten, Systemen und Prozessen insbesondere bei der Markteinführung bzw. Veröffentlichung10.
Siehe hierzu auch den Fachbeitrag zur Verifizierung und Validierung:
https://www.qtec-group.com/unterschied-verifizierung-validierung/
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Aufgaben eines Verifikationsingenieurs
Die Aufgaben eines Verifikationsingenieurs sind abwechslungsreich, vielfältig und mit Sicherheit nicht immer die Gleichen. Seine Arbeit ist fachlich und anspruchsvoll. Die Aufteilung vor, während und nach einer Verifikation sieht wie folgt aus:
- Planung
- Durchführung
- Auswertung
- Nachbearbeitung
Neben dem eigentlichen „Testen“ gehört vorab die Vorbereitung und Planung von Testplänen. Generell erfolgen Verifikations- und Validationstätigkeiten projektspezifisch. Projektbezogen erfolgt die Erstellung von Testplänen und der eigentlichen Testfälle für die zu verifizierenden Testobjekte über sogenannte Testmanagement Tools (z.B. DOORS [Dynamic Object Oriented Requirements System] 11, ETM [Engineering Testmanagement Tool] von IBM12 oder Polarion von Siemens13). Je nach Tätigkeitsbeschreibung können Testpläne vom Testmanager14 wie auch vom Tester angelegt werden. Der Testmanager ist hauptsächlich für die Koordination der Testpläne und der darin verknüpften Anforderungen verantwortlich.
Der Verifikationsingenieur ist an der Entwicklung von neuen als auch an der Weiterentwicklung von bestehenden Produkten, Prozessen und Systemen [Testobjekten] beteiligt. Die Entwicklung von Testplänen erfolgt durch die Festlegung von zu testenden Anforderungen oder einer Fehlerbehebung. Die Abstimmung erfolgt mit unternehmensinternen oder externen Funktionsbereichen (z.B. Produktentwicklung, Produktion, Qualitätsmanagement, Lieferanten, Prüflabore etc.) unter Beachtung regulatorischer und qualitätsrelevanter Vorgaben.
Innerhalb der Planung guckt sich der Verifizierungsingenieur die zu spezifizierenden Anforderungen an und leitet daraus passende Testfälle und Verifikationsmethoden ab.
Unterschieden kann dabei nach manuellen oder automatisierten Tests, Dokumenten-, Design- oder visuellen Inspektionen. Die Anzahl der Anforderungen innerhalb eines Testplans kann je nach Projekt variieren (eine bis unendlich viele Anforderungen). Je nach Gegebenheit kann eine Anforderung oder auch mehrere Anforderungen einem Testfall zugeordnet werden. Genauso sind mehrere Verifikationsmethoden innerhalb eines Tests möglich. Wie viele Anforderungen und nach welcher Methode in einem Testfall verifiziert werden soll wird innerhalb des Projektteams festgelegt. Mitzuberücksichtigen sind hierbei auch die einzusetzenden Testobjekte (Hard- und/oder Software), Testmittel und -vorrichtungen (z.B. kalibrierte Sensoren, validierte Testtool Files etc.). Für die betroffenen Testobjekte sind statische Stichproben (Sample Size) zu entwickeln und im Testplan zu begründen (Sample Size Rational).
Im Weiteren werden die Anforderungen auch auf ihre Formulierung und Verständlichkeit überprüft. Teilweise sind die Anforderungen nicht gleich offensichtlich klar formuliert oder werden von den Team-/Projektmitgliedern unterschiedlich interpretiert. Dies erfordert eine Interaktion zwischen den beteiligten Mitgliedern (Testmanager, Tester, Requirements Engineer, Systemingenieur, Risikomanager).
Sind alle Anforderungen Testfällen zugewiesen, formuliert der Tester innerhalb der Testfälle die auszuführenden Testschritte. Die Testformulierung erfolgt einerseits durch Erfahrung des Testers, anderseits auch durch Absprache mit anderen Parteien, beispielsweise mit Systemingenieuren, welche an der Entwicklung des Testobjekts beteiligt sind. Im Idealfall gibt es zu diesem Zeitpunkt schon einen Prototypen, anhand dessen der Tester sich vertraut machen und die Testschritte gezielter formulieren kann. Weitere Hilfsmittel zur Testbeschreibung sind Vorgängerprodukte als auch -tests und das Wissen im Projektteam.
Des Weiteren gibt es auch Tests, welche an externe Prüflabore vergeben werden (z.B. Biokompatibilität, elektrische Sicherheit, Verpackungstests). Der Hintergrund dafür ist, dass nicht jedes Unternehmen direkte Möglichkeiten und Umgebungen zur Testung bestimmter Anforderungen hat. In diesem Fall müssen externe Labore kontaktiert, Termine wie auch der Hin- und Rücktransport der Testobjekte geplant, reserviert und organisiert werden.
Wenn alle zu spezifizierenden Anforderungen klar definiert, die Testfälle verfasst und durch ein 4-Augen-Prinzip (z.B. durch Testmanager und Tester) überprüft sind, folgen eine Freigabe wie auch ein Bericht über die Verifizierungsreife und die Verifizierung bzw. das „Testen“ kann gestartet werden.
Die Testdurchführung erfolgt innerhalb eines Zeitfensters, welches vorab im Projekt festgelegt wurde. Zeitliche Verschiebungen sind möglich und sollten in einem Zeitpuffer während der Projektplanung mitberücksichtigt werden.
Es werden manuelle und/oder automatisierte Tests von für die Verifizierung freigegebenen Testobjekten gemäß der zu prüfenden Anforderungen, Standards, interner und externer Richtlinien oder auch Fehlerbehebungen durchgeführt. Bei den Tests wird üblicherweise unterschieden zwischen Systemtests, Systemintegrationstests, Funktionstests und Performance Tests. Für die Inspektion von Dokumenten, z.B. Testreports, Gebrauchs- und Montageanleitungen muss auch hier beachtet werden, dass die zu prüfenden Dokumente vor dem Verifizierungsstart im besten Fall freigegeben sind. Erst wenn das Ergebnis der Dokumentenprüfung einen objektiven Nachweis liefert, dass die Anforderungen erfüllt sind, kann es als Verifizierungsmaßnahme verwendet werden.
Bei bestehenden Produkten macht der Verifikationsingenieur Schwachstellen ausfindig, um das Produkt bestmöglich zu optimieren und somit wettbewerbsfähig zu Konkurrenzprodukten zu halten. Hintergrund der Testdurchführung ist eine umfassende, systematische Untersuchung zur Qualitätsbewertung (Korrektheit, Vollständigkeit, Eindeutigkeit und Beständigkeit), um festzustellen, ob zu prüfende Testobjekte für den beabsichtigten Gebrauch (Funktionalität, Praxistauglichkeit, Qualität und Sicherheit) geeignet sind.
Im Idealfall läuft eine Verifikationsschleife ohne Fehler ab (Null-Fehler-Strategie15). In der Verifikationsphase werden in der Regel jedoch unerwartet Fehler und Abweichungen bezogen auf die Testobjekte wie auch auf die Testfälle gefunden. Diese sind zu identifizieren wie auch in Form von sogenannten Abweichungs-Tickets ausführlich zu dokumentieren. Wenn möglich sollten die gefundenen Abweichungen bis zur nächsten Verifikationsschleife behoben worden sein. Oftmals wird vor der eigentlichen Testdurchführung auch noch eine sogenannte Pre-VV eingeplant und durchgeführt. Natürlich nur wenn es im Zeitplan mitberücksichtigt worden ist. Testobjekte werden vor der ersten Verifikationsschleife teilweise oder vollständig geprüft. Werden dabei unerwartete Abweichungen und Fehler gefunden, können diese im Vorfeld vor der eigentlichen Verifikation analysiert, bewertet und behoben werden. Dies generiert u.a. eine Zeitersparnis innerhalb der eigentlichen Verifikation.
Nach der ersten abgeschlossenen Testschleife folgt die Auswertung der Testergebnisse. Hierbei werden in einem funktionsübergreifenden Team von Experten die Ergebnisse, Testfälle wie auch das weitere Vorgehen bewertet und besprochen. In der Regel werden die Ergebnisse als bestanden (passed), nicht-bestanden (failed) oder akzeptiert (accepted) gewertet. Treten unerwartete Abweichungen oder Fehler von den Testergebnissen auf, beurteilt der Verifikationsingenieur diese, ermittelt deren Ursachen und erarbeitet Maßnahmen zur Beseitigung. Folglich kann er dem Expertenteam vorab schon Lösungsansätze zur Optimierung anbieten, welche mitberücksichtigt und umgesetzt werden sollen. Bei nicht-bestandenen Tests wird generell eine zweite Verifikationsschleife, nach Behebung der Fehler und Abweichungen aus der ersten Schleife, durchgeführt (sogenannte Nachbearbeitung). Es sind so viele Verifikationsschleifen nötig, bis die letzten Fehler und Abweichungen gefunden sind. Das ist entscheidend, um sicherzustellen, dass Testobjekte den spezifizierten Anforderungen entsprechen und ordnungsgemäß funktionieren. Die Auswertung der Testergebnisse ist ein wichtiger Teil seiner Aufgaben und erfordert die höchste Aufmerksamkeit im Detail.
Ist die Auswertung der Testergebnisse durch das Expertenteam abgeschlossen, folgt eine Nachbearbeitung durch eine, wie zuvor beschrieben, weitere Verifikationsschleife. Die Nachbearbeitung umfasst nicht bestandene Ergebnisse, Änderungen, mögliche Optimierungen von wiederverwendbaren Testfällen durch Entwicklung von Testumgebungen und -szenarien, die während der vorherigen Testung aufgefallen und mitzuberücksichtigen sind. In weiteren Schleifen wird selektiv nachgeprüft, ob Testobjekte den spezifizierten Anforderungen entsprechen und vorher gefundene Fehler, Abweichungen wie auch Mängel behoben worden sind. Des Weiteren sollen auch solche Änderungen, wie bspw. neue Softwarevisionen, keine unbeabsichtigten Auswirkungen haben (mandatorische Tests). Alle möglichst neu auftretenden Fehler, Abweichungen wie auch Mängel sollen im Vorfeld aufgedeckt und innerhalb einer aktuellen Verifikationsschleife behoben werden.
Erst wenn alle Testergebnisse bestanden oder akzeptiert sind und ein weiteres 4-Augen-Prinzip erfolgt ist (Auswertung und Dokumentation der Testergebnisse), ist auch die finale Verifikation abgeschlossen. Ziel dabei ist die Sicherstellung, dass Testobjekte die zu spezifizierenden Anforderungen erfüllen und als Endprodukte bei Kunden als auch bei Anwendern ordnungsgemäß, d.h. einwand- und fehlerfrei, funktionieren. So wird sichergestellt, dass ein neues Produkt sich auch wirklich für den Zweck eignet, für den es entwickelt bzw. optimiert wurde.
Herausforderungen im Arbeitsalltag
Ein Verifikationsingenieur wird in seinem Arbeitsalltag mit einer Vielzahl an Herausforderungen konfrontiert, die sein Aufgabengebiet komplexer aber auch spannender machen. Eine der größten Herausforderungen ist die Umsetzung der Verifizierung. Getreu dem Leitgedanken „Theorie ist nicht gleich Praxis“. Eine Verifizierung wird zwar sinngemäß auf dem Papier geplant, aber die Umsetzung der Verifizierungsmaßnahmen in die Praxis sieht oft ganz anders aus.
Was läuft in der Praxis schief und wo ist definitiv ein Verbesserungspotenzial für künftige Verifikationen?
Die Vorbereitung und Planung umfasst die Bestimmung der einzusetzenden Testobjekte, Testmittel und -vorrichtungen, Zusammenarbeit mit externen Prüflaboren wie auch die Erstellung von Testfällen und -szenarien anhand gestellter Anforderungen. Für die Testobjekte sind statische Stichprobenbegründungen zu definieren.
Die Formulierung von Testfällen erfolgt einerseits durch die Erfahrung einzelner Team-/Projektmitglieder, andererseits auch mit Hilfe gegebener Mittel wie Prototypen, Testobjekt-Vorgängermodellen oder im besten Fall direkt mit dem Testobjekt. In der Regel stehen diese Mittel zum Zeitpunkt der Planung noch nicht vollständig zur Verfügung. Die Zusammenarbeit mit externen Prüflaboren kann auch ihre Hürden mit sich bringen, wie Kommunikations-probleme, Unstimmigkeiten und zeitliche Verschiebungen. Innerhalb der Koordination von Testplänen und der darin verknüpften Anforderungen kommt es vorm Verifikationsstart zu kontinuierlichen Anforderungsänderungen. Anforderungen werden inhaltlich geändert (unklare Definition), gelöscht oder es werden neue Anforderungen in die Testpläne hinzugefügt. Auch die Verifikationsmethoden und Gewichtungen einzelner Anforderungen können geändert werden. Die statische Stichprobenbegründung deckt in der Praxis oft nicht die Anzahl der eingeplanten Testobjekte im Test- bzw. Verifikationsplan. Im Team müssen dafür Lösungen und Begründungen gefunden werden. Dies bedarf zahlreicher Interaktionen zwischen den beteiligten Parteien (Testmanager, Tester, Requirements Engineer, Systemingenieur und Risikomanager). Man muss einen guten Überblick über die Planung beibehalten und diese muss auf dem aktuellsten Stand bleiben. Zum Ende der Planung können etliche eventuelle Änderungen, Wiederholungsvorgänge (z.B. wiederholtes 4-Augen-Prizip von Testfällen) und unerwartete zeitliche Verschiebungen von Freigaben folgen.
Die eigentliche Verifikation beginnt mit der Freigabe für den Verifikationsstart. Die Testdurchführung kann beginnen.
Innerhalb der Testphase kann es auch zu eventuellen zeitlichen Verschiebungen kommen, wie durch z.B. unerwartete Änderungen am Testobjekt oder Dokumenten, fehlende Testreports von externen Laboren und unverhoffte Abweichungen, Fehler oder Mängel am Testobjekt.
Bezüglich der Auswertung werden in einem funktionsübergreifenden Expertenteam die Testergebnisse, Testfälle wie auch das weitere Vorgehen bewertet und besprochen.
Hierbei kann es oft zu Unstimmigkeiten und Kommunikationsproblemen kommen. Abweichungen und deren Lösungsansätze zur Behebung werden von einzelnen Teammitgliedern unterschiedlich interpretiert. Daher ist es wichtig kooperativ, geduldig wie auch ruhig zu bleiben, um im Team gemeinsam einen idealen Lösungsweg zu finden.
Die Nachbearbeitung folgt mit einer weiteren Verifikationsschleife, in der nichtbestandene Testergebnisse, Änderungen und Optimierungen aus vorherigen Schleife einbezogen wurden. In einer neuen Testschleife wird selektiv nachgeprüft, ob Testobjekte die spezifizierten Anforderungen abdecken und die zuvor gefundenen Abweichungen, Fehler und Mängel behoben worden sind. Der Abschluss der finalen Verifikation erfolgt durch die Auswertung und Dokumentation der Testergebnisse.
Auch hier kann es erneut zu Unstimmigkeiten und Kommunikationsschwierigkeiten aufgrund von unterschiedlichen Interpretationen und Meinungen kommen. Auch erneute Zeit-verschiebungen können innerhalb der Verifikation zu Zeitdruck führen. Generell sollten zeitliche Verschiebungen kein Dauerzustand sein und klare Deadlines müssen eingehalten werden.
Ein Verifikationsingenieur muss während einer Verifikation das gesamte Ganz im Auge behalten. Kleine und versteckte Details sollten ihm auffallen. Bei auftretenden Problemen sollte er sofort kommunizieren und schnell gegenansteuern.
Zusammenfassend muss er sich täglich den folgenden Herausforderungen im Arbeitsalltag stellen:
- Kommunikationsproblematiken mit funktionsübergreifenden internen/externen Schnittstellen (Kommunikation mit einzelnen Team-/Projektmitgliedern, Abteilungen, Lieferanten, externen Prüflaboren)
- Interne/externe Lieferantenschwierigkeiten in Bezug auf Materialbeschaffung, Beschaffung von Testmitteln, -vorrichtungen und Testobjekten
- Koordinationsproblematiken von Testaktivitäten zwischen Projekten, Teams und externen Prüflaboren aufgrund fehlender Freigaben, Dokumente etc.
- Etliche Terminverschiebungen (Zeitliche Projektverschiebungen, Projektabbruch, Prioritäten von anderen Projekten und Aufgaben, Urlaubs- und/oder Krankheitsbedingter Ausfall von Team/-Projektmitgliedern und anderen Parteien)
- Projektrealisierung unter Zeitdruck und begrenzter Ressourcen (Enorme Geschwindigkeit technologischer Entwicklungen, schnelle Lösungsfindung zur Problembeseitigung)
- Systemstörungen, Internet- und Stromausfall (Ausfall des Testmanager Tools, Nichtbedienung von Testobjekten)
Aus Fehlern lernen und künftig besser werden
Wir lernen unser ganzes Leben lang. Egal ob in der Schule, für Prüfungen während einer Ausbildung oder eines Studiums oder aus unseren persönlichen und beruflichen Erfahrungen. Das Wort „Lernen“ kann von den meisten nur mit schlechten Erfahrungen, wie Stress, Prüfungen, Versagensängsten, Angst vor Neuem und Angst vor Fehlern, assoziiert werden. Im Laufe des Lebens erkennen wir, dass das „Lernen“ an sich in seiner Gesamtheit betrachtet, eine große Lebensaufgabe ist, der man sich Tag für Tag aufs Neue widmen sollte. Wer nicht lernt und Dinge hinterfragt, entwickelt sich nicht weiter und verharrt an seinem einen eigenen Standpunkt. Würden wir nicht aus der Vergangenheit und aus unseren eigenen Fehlern wie auch aus Fehlern anderer lernen, würden wir stets immer wieder die gleichen Fehler machen.
Das gleiche gilt im Arbeitsalltag eines Verifikationsingenieurs. Wie schon zuvor beschrieben, sind die Aufgaben eines Verifikationsingenieurs vielfältig und abwechslungsreich, wodurch er mit einer Vielzahl an Herausforderungen täglich konfrontiert ist und diese direkt angeht. Bei der Umsetzung von Verifizierungsmaßnahmen in unterschiedlichen Projekten und mit verschiedenen Schnittstellen wie auch Team- und Projektmitgliedern sind Fehler, Problematiken und Unstimmigkeiten nicht auszuschließen. Daher sollten diese so früh wie möglich erkannt, hinterfragt, behoben und aus ihnen gelernt werden. Mit der Erfahrung und Zeit verbessert sich gewöhnlich die Fähigkeit zur Lösungsfindung von Problemen. Entscheidend ist dabei nicht nur auf die Fehler der anderen zu schauen, sondern auch zu reflektieren, was man eigentlich selbst falsch gemacht hat und wie man es in Zukunft besser machen kann. Lag es z.B. an meiner eigenen Kommunikation, habe ich etwas übersehen und nicht rechtzeitig kommuniziert. In einem Projekt wie auch einem Team ist gegenseitiges aufeinanderpassen wie auch gegenseitiges voneinander Lernen sehr wichtig. Schließlich ist es nicht nur ein einziges Projekt bzw. eine Verifikation an dem/der man mitarbeitet. Im Laufe seines Berufslebens arbeitet man in vielen Projekten mit unterschiedlichen Menschen zusammen. Jedes neue Projekt, mit neuen wie auch alten Teilnehmern, bringt aufs Neue seine Höhen und Tiefen. Um so wichtiger ist es auch aus vorherigen Fehlern zu lernen und künftig besser zu werden. Höhen bringen positive Erfolge, Ergebnisse und Freude, während Tiefen Ängste, Herausforderungen, Schwierigkeiten und neue Probleme mit sich bringen können. Diese stellen uns auf die Probe und können einen selbst sogar zur Verzweiflung bringen. Um so wichtiger ist es nach Fehlschlägen wieder schnell aufzustehen. Aber Tiefen sollte man auch positiv sehen, da sie uns wachsen lassen und neue Möglichkeiten bieten. Unter anderem ist die Absicht zum Perfektionismus und eine frühe Infragestellung von Dingen und Sachverhalten keineswegs eine Schwäche, sondern ein richtiger Ansatz. Aus Schwächen gezielt Stärken schaffen. Man sollte sich durch Fehler nicht unter Druck setzen lassen und akzeptieren, dass welche entstehen können. Fehler sollen neben der Lernleistung auch die persönliche Entwicklung fördern.
Fehler sind Lernchancen, aus denen sich folgende Strategien für einen Erfolg ableiten lassen können:
- Akzeptieren, dass Fehler entstehen und sich dadurch nicht entmutigen lassen.
- Analyse und Reflektion von Fehlern, um zu verstehen was nicht optimal verlaufen ist.
- Jeder Fehler birgt eine Lektion, die helfen soll, in Zukunft besser Entscheidungen zu treffen.
- Für die Zukunft erreichbare und realistische Ziele setzen.
Schaffung einer positiven Fehlerkultur für sich selbst und auch für andere.
Zusammenfassung
Der Verifikationsingenieur ist ein spezialisierter Ingenieur und betreut mitunter die komplette Testphase von Produkten, Prozessen und Systemen [Testobjekten]. Seine Verantwortlichkeit ist die Sicherstellung der Korrektheit und Zuverlässigkeit der zu betreuenden Testobjekte. Dies umfasst die Planung, Durchführung, Auswertung und Nachbearbeitung von Tests und Dokumenten. Diese dienen zur Bestätigung, dass die festgelegten Anforderungen und Spezifikationen erfüllt werden. Präzision und Sicherheit haben einen hohen Stellenwert. Bei all seinen Arbeitsschritten achtet er darauf die geltenden Normen, Richtlinien, betriebsinternen Prozesse und Vorschriften einzuhalten. Diese Sammlung an Aufgaben und Verantwortlichkeiten macht den Beruf des Verifikationsingenieurs zwar sehr anspruchsvoll, aber zugleich auch enorm abwechslungsreich und spannend. Er ist die letzte Instanz für jedes Testobjekt, bevor es endgültig in die Fertigung und zum Kunden geht.
Es liegt mitunter in seiner Hand, sicherzustellen, dass alles innerhalb einer Verifikationsphase einwandfrei und perfekt abläuft. Läuft jedoch etwas schief, ist das auch nicht schlimm, denn auch das gehört mit zu seinen Aufgaben. Ein Verifikationsingenieur ist mit täglichen Herausforderungen wie Kommunikations-, Beschaffungs- und Lieferantenschwierigkeiten, Koordinationsproblematiken, Projekt- und Terminverschiebungen, Nichteinhaltung von Deadlines, Zeitdruck, Ressourcen-Begrenzungen, Systemstörungen und anderen technischen Ausfällen konfrontiert. Umso wichtiger ist für ihn eine gute Vorbereitung zur Lösung einer Vielzahl von Problemen. Jetzt liegt es an ihm Abweichungen, Fehler, Mängel, Probleme und Unstimmigkeiten auszumerzen. Diese sollten so früh wie möglich erkannt und hinterfragt werden. Nach angemessenen und durchgeführten Behebungsmaßnahmen soll aus den Fehlern gelernt werden.
Entscheidend ist dabei nicht nur aus den Fehlern der anderen zu lernen, sondern auch aus seinen eigenen Fehlern. Ein gegenseitiges aufeinander aufpassen wie auch ein gegenseitiges voneinander Lernen sind sehr entscheidend und wichtig für die gemeinsame Zusammenarbeit im Team. Jedes neue Projekt birgt aufs Neue seine Höhen und Tiefen. Umso wichtiger ist es im Projekt und Team aus alten Fehlern zu lernen und künftig nicht zu wiederholen und auch nicht den Kopf in den Sand zu stecken.
Nicht nur Höhen sind positiv und fördernd sondern auch die dazugehörigen Tiefen. Sie bieten neue Chancen wie auch Möglichkeiten und lassen uns wachsen für neue Herausforderungen. Fehler sollen neben der Lernleistung auch die persönliche Entwicklung fördern. Auch aus Schwächen sollen gezielt Stärken geschaffen werden. Die Umwandlung von Schwächen in Stärken kann mitunter durch Selbstreflexion, Akzeptanz und gezielte Entwicklung erreicht werden. Man sollte sich nie unter Druck setzen lassen und akzeptieren, dass Fehler passieren und jeder von uns seine Schwächen hat.
Kommt dir bekannt vor?
Dann lass uns drüber sprechen. Unsere Test- und Verifikationsingenieure kennen genau diese Herausforderungen – und unterstützen MP-Hersteller flexibel, pragmatisch und auf Augenhöhe.
Quellenangaben
1https://de.indeed.com/karriere-guide/jobsuche/was-ist-ein-testingenieur (Stand: 17.01.2025, 21:08 Uhr)
2https://www.jobrobot.de/jobbeschreibung-verification-engineer.htm (Stand: 17.01.2025, 21:38 Uhr)
3https://www.jobvector.de/karriere-ratgeber/ingenieurwesen/validierungsingenieur/ (Stand: 19.01.2025, 15:50 Uhr)
4https://resources.workable.com/de/testingenieur-stellenbeschreibung (Stand: 17.01.2025, 20:25 Uhr)
5https://www.get-in-engineering.de/magazin/arbeitswelt/fachbereiche/was-macht-ein-testingenieur (Stand: 17.01.2025, 20:47 Uhr)
7https://testo.mhmhr.com/2067-qualifizierungs-und-validierungsingenieur-m-w-d/de/job.html (Stand: 17.01.2025, 20:52 Uhr)
8https://www.diehl.com/career/de/jobs-bewerbung/stellenboerse/ingenieur-validation-verification-mwd/ (Stand: 17.01.2025, 21:43 Uhr)
9Verifizierung und Validierung - Der Unterschied einfach erklärt - CHIP (Stand: 10.06.2025, 14:05 Uhr)
10Validierung vs. Verifizierung: Was ist der Unterschied? (Stand: 10.06.2025, 14:29 Uhr)
11Übersicht über DOORS - IBM Dokumentation (Stand: 08.01.2026, 19:15 Uhr)
12IBM Engineering Test Management – Übersicht (Stand: 11.06.2025, 09:24 Uhr)
13Polarion QA Software Qualitätssicherung | Siemens Software (Stand: 08.01.2026, 16:16 Uhr)
14Was macht ein Testmanager? Aufgaben im Testmanagement (Stand: 11.06.2025, 09:27 Uhr)
15Null-Fehler-Strategie Definition – Was ist das? | REFA (Stand: 05.01.2026, 14:06 Uhr)






