Human Error Prevention: Die Vermeidung von menschlichen Fehlern (1/3)

qtec | Human Error Prevention Teil 1

Die Vermeidung menschlicher Fehler in der Produktion ist eine Herausforderung für jedes Unternehmen – insbesondere wenn diese trotz Korrekturmaßnahmen wiederholt auftreten. Es gibt aber Methoden, diese Fehler effektiv zu reduzieren.

Methoden zur menschlichen Fehlerreduzierung

Ein menschlicher Fehler ist das unerwünschte Ergebnis einer Tätigkeit oder eines Prozesses, der von einer Person durchgeführt wurde. Menschen sind nicht perfekt, schätzen Situationen falsch ein und machen eben Fehler. Deshalb ist es notwendig, die kognitiven Begrenzungen des Menschen anzuerkennen und unsere Arbeitsumgebung und Tätigkeiten so zu gestalten, dass die Vorbeugung von menschlichen Fehlern und die gezielte Fehleranalyse Bestandteile davon sind und Ihre Mitarbeiter in Zukunft weitgehend fehlerfrei ihre Arbeit ausüben können.

Menschen als Erben von fehleranfälligen Prozessen

Die effektive Reduzierung menschlicher Fehler ist möglich, wenn man versteht, wie Menschen Sinneseindrücke wahrnehmen und Information verarbeiten. Ihre Mitarbeiter sind normalerweise hochmotiviert, um gute und fehlerfreie Arbeitsergebnisse zu liefern. James Reason, der Experte zu Human Error Management, stellt sinngemäß fest, dass Mitarbeiter weniger die Quelle von Fehlern als vielmehr die Erben von fehleranfälligen Prozessen sind und von sich aus eher noch zur Fehlervermeidung beitragen.

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Wie bisher mit menschlichen Fehlern umgegangen wurde

Wenn ein Mitarbeiter einen Fehler macht, ist es oftmals üblich, dass er für den Fehler verantwortlich gemacht und erneut geschult wird. Das führt oftmals zu Frust, da der Mitarbeiter normalerweise ausreichend kompetent ist und er meistens am Ende einer Fehlerkette steht, deren Ausgangspunkt nicht bei ihm liegt. Diese Art von Korrekturmaßnahmen zeugen von einer gewissen Hilflosigkeit in der Ursachenanalyse. Dabei ist häufig nicht der Mitarbeiter die Ursache, sondern die nicht mitarbeitergerechte Gestaltung des Systems bzw. der Arbeitsumgebung und der Arbeitsprozesse.

J. Reason stellt dazu fest: “You cannot change the human condition, but you can change the conditions in which humans work.” Man kann nicht die menschliche Natur ändern, aber die Bedingungen, unter denen Menschen arbeiten. Das erhöht die Mitarbeitermotivation und reduziert gleichzeitig die Fehleranfälligkeit.

Die Rolle der Gehirnhälften bei der Fehlervermeidung

Es gibt viele Arten von menschlichen Fehlern, deshalb kann es sehr schwierig sein, diese zu erkennen und entsprechend darauf zu reagieren. Menschliche Faktoren, Begrenzungen des menschlichen Verstandes und Körpers sind der Ausgangspunkt für menschliche Fehler, andererseits sind deren Fähigkeiten der Lösungsansatz zur Fehlervermeidung. Wir sind alle davon betroffen, ohne Ausnahme, immer. Wir können nur akzeptieren, wie wir sind, und das Beste daraus machen – ein Beispiel dafür sind die Fähigkeiten unseres Gehirns: Es besitzt zwei Gehirnhälften. Die linke ist eher für lineares und analytisches Denken / Logik sowie fürs Lesen zuständig, die rechte für Farben, Muster, Formen, Symbole, ganzheitliches Denken. Anweisungen und Kennzeichnungen sind oft in Text- bzw. Ziffernform. Das heißt, im Arbeitsprozess benutzen wir überwiegend die linke Gehirnhälfte und somit nur einen Teil unserer mentalen Fähigkeiten. Dabei wurde nachgewiesen, dass die rechte Gehirnhälfte Information bis zu 10-mal schneller verarbeiten kann. Was wäre, wenn wir beide Gehirnhälften für unsere Arbeit nutzen würden? Unsere Prozesse wären schneller, robuster und weniger fehleranfällig.