qtec-Blogbeitrag Medizintechnik in der Zukunft Teil 1

Die Medizintechnik in der Zukunft (1/2)

Der aktuelle Fokus der Medizintechnikunternehmen liegt in den heutigen Tagen auf den Neuerungen der MDR:

  • Was verlangen Anwender und Betreiber in der Zukunft?
  • Wohin entwickeln sich die Medizintechnik und das Gesundheitswesen generell?
  • Welche verfügbaren und noch zu entwickelnden Technologien werden hierfür benötigt?
  • Wie ist dies wirtschaftlich sinnvoll umsetzbar?

All dies sind Fragen, die in der Zukunft den Erfolg von Unternehmen bestimmen werden. Wir wollen heute einige Themen aufgreifen und in den Kontext zukünftiger Bedarfe stellen.

Die Bedarfe der Anwender

Die Gesundheitsversorgung beruht auf einem handwerklichen Vorgehen. Dieses wird durch die individuellen Erfahrungen der Ärzte, inklusive Vorlieben und Traditionen, gespeist. Hier vollzieht sich ein grundlegender Wandel. Dieser beginnt schon heute mit vielfältigen Möglichkeiten assistierender computergestützter Systeme und entwickelt sich zu einem Vorgehen, das auf objektiven Entscheidungen auf der Grundlage umfangreicher Daten aus heterogenen Quellen beruht.

Die zunehmende Pluralität und Komplexität stellen insbesondere für den klinisch tätigen Mediziner eine große Herausforderung, aber auch Chance, dar und erfordern in immer stärkerem Maße eine enge Partnerschaft zwischen Pflegepersonal, Patienten, Technologie und Informationssystemen.

Entscheidungsunterstützung

Traditionell verlassen sich Chirurgen auf Ihre Erfahrung, um Entscheidungen und Folgeentscheidungen zu treffen. Dies betrifft beispielsweise die Wahl der Operation und die Art der Durchführung. Erfahrung bedeutet dabei, dass der Arzt aufgrund der ihm bisher verfügbaren Daten entscheidet. Auf der Grundlage einer systematischen Datenerfassung aus allen Domänen und Einflussgrößen vergleichbarer Prozeduren und Fälle können Handlungsempfehlungen gegeben werden.

Kontextbezogene Unterstützung

Die Nutzung fallbezogener Daten aus allen verfügbaren relevanten Domänen erlaubt die kontextbezogene Unterstützung und die Prädiktion des Vorgehens. Dies beinhaltet die Vorhersage von Restlaufzeiten zur Erleichterung der Planung und des Ressourceneinsatzes genauso wie die patientenspezifische Simulation für den Einsatz von Roboter und Assistenzsystemen. Naheliegend ist die Nutzung kontextbezogener Informationen zur Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit der Systeme und zur Verhinderung redundanter Handlungen. Somit kann die Sicherheit, die Qualität und die Effizienz der Versorgung entscheidend verbessert werden. Eine große Rolle wird in diesem Zusammenhang zukünftig das „Maschinelle Lernen“ und damit die „Künstliche Intelligenz“ spielen.

Datenverfügbarkeit und -analyse

Für die Umsetzung der zukünftigen Herausforderungen sind Datenverfügbarkeit und Analyse von sehr heterogenen multimodalen Daten notwendig. Somit ist der Zugang zu qualitativ hochwertigen Daten, die sowohl den Prozess der Patientenversorgung als auch die Ergebnisse der Patienten dokumentieren, in großem Umfang erforderlich. Erste Ansätze zum Aufbau und zur Nutzung solcher Plattformen finden sich bspw. bei:

Die Analyse der Daten aus Interventionen stellt eine besondere Herausforderung dar. Die zu erhebenden Daten ergeben sich aus zahlreichen Interaktionen mit dem Patienten und dessen Reaktion darauf. Dabei wird das Geschehen – und damit auch die Erzeugung der Daten – bei einer chirurgischen Intervention nicht nur vom Chirurgen, sondern auch vom Anästhesisten, Assistenzchirurgen und OP-Personal beeinflusst. Bei den verschiedenen Arbeitsschritten spielen die Koordination und die dynamische Anpassung der Abläufe eine entscheidende Rolle für den Erfolg der Prozedur.

Um den Übergang von der evidenzbasierten zur wissensbasierten datengesteuerten Medizin zu vollziehen, müssen o.g. Verfahrensdaten mit anderen heterogenen Patientendaten und Prozessdaten analysiert werden. Dies betrifft beispielsweise Daten der Genetik, Biomarker, Demographie und der prä- und intraoperativen Bildgebung.

 

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